| Gesprächstherapie
Systemische Therapie
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Entwicklung
Die Systemische Theorie und Therapie entwickelte sich in den 50er Jahren in den USA aus der Arbeit mit schizophrenen (G) Patienten, ihre Wurzeln liegen aber bereits in früheren Ansätzen, vor allem der Psychoanalyse und der humanistischen Psychologie. Die Palo-Alto-Gruppe um Gregory Bateson, Jay Haley, Paul Watzlawick und andere wichtige Vertreter lieferten einen der ersten bedeutenden Anstöße, das traditionell individuumzentrierte therapeutische Handeln durch ein systemorientiertes zu ersetzen. Ausgehend von Hinweisen aus der Schizophrenieforschung, daß es mögliche Zusammenhänge zwischen psychischen Erkrankungen und dem Kommunikationsstil in der Familie gibt, entwickelten sie ein neues Erklärungsmodell für Schizophrenie. Im Rahmen der "double-bind"Theorie (G) formulierte sie eine Gegenkonzeption zu den gängigen medizinischen bzw. psychoanalytischen Erklärungen dieser Erkrankung. Sie betrachteten Schizophrenie als Kommunikationsstörung. So meinte man, daß in Familien Schizophrener häufig doppeldeutige Botschaften vermittelt werden, deren Widersprüchlichkeit aber so verdeckt oder verleugnet wird, daß er in der Situation nicht erkannt werden kann.
Bateson übertrug kybernetische (G) und informationstheoretische Modellvorstellungen auf menschliches Verhalten, wodurch sich ein völlig neues Verständnis menschlicher Kommunikation und Interaktion entwickelte. Ein wichtiges Erklärungsmodell der Kybernetik ist der Regelkreis mit wechselseitigen Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Übertragen auf menschliches Miteinander heißt dies, daß innerhalb eines Systems (G) wie z.B. einer Paarbeziehung oder einer Familie das Verhalten des einen Menschen (Sender) eine Bedeutung (Botschaft) für die anderen (Empfänger) besitzt und bei denen Reaktionen auslöst, die auf den Sender wieder zurückwirken. Darauf erfolgen neue Reaktionen, und es entstehen Kreisprozesse, die nach speziellen Gesetzmäßigkeiten ablaufen, die jedoch sehr komplex sind, so daß man diese nicht wirklich durchschauen kann. Ein solcher Interaktionszirkel könnte folgendes Beispiel sein:
- das Kind will nicht ins Bett und quengelt - die Eltern werden ärgerlich und schimpfen - das Kind wird trotzig und schreit - die Eltern antworten mit größerem Ärger und Zwangsmaßnahmen - das Kind steigert sich in heftigen Protest hinein - die Eltern ...
Gegenwärtig liegt eine große Anzahl recht unterschiedlicher Ansätze vor wie strukturellen und formalen Ansätzen sowie dem Mailänder Modell. Neben der Familientherapie gibt es auch die Systemische Einzeltherapie. Diesen Ansätzen ist im wesentlichen gemeinsam, daß sie den Prozessen im engen Sozialfeld des Patienten besondere Aufmerksamkeit schenken und auch auf dieser Ebene therapeutisch intervenieren. |